Die Geheimnisse einer langen und erfüllten Beziehung

Die Statistiken sind betrüblich und für alle ernüchternd, die in einer watteweichen und romantischen Kindheit aufgewachsen sind, in denen kitschige Filme von Disney einfach dazu gehörten. Laut statischem Bundesamt wird in Deutschland heutzutage jede dritte Ehe geschieden. Mehr als 37 Prozent aller Haushalte sind Singlehaushalte. Weite Teile des Landes scheinen eine Beziehungsunfähigkeit entwickelt zu haben. Kein Wunder, dass ältere Paare immer mehr auffallen und viele Menschen zu Tränen rühren, wenn sie in der Öffentlichkeit ihre Zuneigung zeigen. Nicht wenige Beobachter beneiden die älteren Paare um diesen Liebesbeweis, da sie entweder keinen Partner finden oder eben unfähig sind, eine Beziehung zu führen. Vielleicht sollte man wieder lernen, den älteren Menschen zuzuhören, um die Geheimnisse einer langen und glücklichen Beziehung wieder zu erlernen?

Eine wissenschaftliche Studie zeigt die Geheimnisse

Wie akut die Frage nach den Geheimnissen einer funktionierenden und langjährigen Beziehung ist, zeigt, dass die Frage selbst die Wissenschaft umtreibt, was kein allzu gutes Licht auf unsere postmodernen westlichen Gesellschaften wirft. Denn dies zeigt, wie weit die Unfähigkeit verbreitet ist, langfristig eine Beziehung zu führen. Sicher, Beziehungen durchlaufen im Laufe der Zeit Höhen und Tiefen und vor allem die Tiefen sind für Paare eine Herausforderung. Wie schaffen es Paare nicht daran zu zerbrechen? Forscher der New Yorker Cornell University haben sich mit dieser Frage beschäftigt und mehrere hundert Paare befragt, die einige Jahrzehnte verheiratet sind. Doch auch geschiedene Menschen kamen zu Wort, um über ihre Erfahrungen und Fehler zu berichten. Im Durchschnitt hatten die Teilnehmer ein Alter von 77 Jahren, alle Ehejahre zusammengezählt kamen mehr als 40.000 Jahre zusammen.

Die wichtigste Regel: Reden und zuhören

Es sollte im Grunde nicht erwähnt werden müssen, denn nach einem kurzen Nachdenken wird jeder selbst auf die wichtigste Grundregel einer funktionierenden Beziehung kommen. Lernt miteinander zu reden und vor allem einander zuzuhören! Leider muss diese Grundregel heutzutage immer und immer wieder wiederholt werden, da gerade junge Menschen dies nie gelernt haben und aneinander vorbei reden. Wenn sie überhaupt miteinander reden. Die Ansicht, dass reden und zuhören in einer Ehe die wichtigste Regel sei, gab auch die Mehrheit der in der Studie befragten Paare zur Antwort. Sie haben die Erfahrung gemacht, dass Kommunikation die meisten Probleme in einer Ehe lösen kann. Mangelnde Kommunikation war bei den geschiedenen Paaren einer der Gründe für die Trennung.

Ein Team bilden

Eine zweite Erfahrung, welche ältere, lang verheiratete Paare im Laufe ihres Lebens gemacht haben, ist es, sich im Sport Anregungen zu holen. Ein Rat, der auch von Paaren angewandt werden kann, die kein Interesse an sportlichen Themen haben. Denn mit diesem Rat meinen die Paare, dass es in der Ehe ratsam sei, ein Team zu bilden, ähnlich einer Mannschaft beim Sport. Und eine solche Mannschaft besteht nicht aus einzelnen Menschen, die nur nach ihren eigenen Interessen handeln. Klar, es gibt Angreifer, Verteidiger und weitere Positionen, doch diese Personen haben nur Funktionen innerhalb der Mannschaft, ihre individuellen Interessen werden den Zielen des Teams untergeordnet. Gibt es auf dem Spielfeld eine Herausforderung, kommt sie nicht auf den einzelnen Spieler zu, sondern auf die ganze Mannschaft, die gemeinsam alles daran setzen muss, die Herausforderung zu bewältigen, jeder Spieler mit seinen eigenen Fähigkeiten zieht mit. So sollt es auch in einer Ehe sein. Eine Herausforderung betrifft beide Partner, jede Schwierigkeit oder Krankheit muss zusammen bewältigt werden, nicht von einem Partner allein.

Den Partner genau kennenlernen

Um ein solches Team zu bilden, in dem sich beide aufeinander verlassen können, gilt es, den Partner genau kennenzulernen. Ein Team ist kein Team, wenn sich die Spieler untereinander nicht genau genug kennen, um vorhersagen zu können, wie der andere bei einer Herausforderung reagiert. Jeder Spieler muss dies aber können, um seine eigene Reaktion darauf abstimmen und die Strategie planen zu können. Dafür ist Punkt 1 die Grundlage: Kommunikation, reden und zuhören. Und diese Kommunikation ist nichts, was man einmal und nie wieder macht. Denn Menschen ändern sich, im Laufe des Lebens wandeln sich die Bedürfnisse und Wünsche. Diese müssen kommuniziert werden, damit sich die Partner weiterhin genau kennen und angemessen auf die veränderte Situation reagieren können.

Erinnert euch an euer Eheversprechen

Viele Menschen nehmen die Institution der Ehe nicht mehr ernst, sie wird zunehmend als folkloristisches Ritual betrachtet, welches eben einmal mitgemacht wird, weil es ja so schön ist, im weißen Kleid vor den Altar zu treten und ein rauschendes Fest mit allen Freunden und Verwandten zu feiern, bei dem man im Mittelpunkt steht. Das Eheversprechen wird zwar feierlich rezitiert, doch die Worte werden nur als Worte gesehen und sind schnell vergessen. Es ist daher angeraten, sich immer wieder an das Eheversprechen zu erinnern, auch eurem Partner zuliebe, denn er verlässt sich darauf und auf euch. Seht die Ehe als eine grundlegende Beziehung, die „in guten wie in schlechten Zeiten“ halten soll und zwar „bis dass der Tod euch scheidet“.

Gegensätze ziehen sich an? Vielleicht, aber sicher nicht für lang

Der Volksmund sagt, dass sich Gegensätze anziehen, denn die Reibung der unterschiedlichen Interessen erzeugt Wärme. Doch dass Reibung Wärme erzeugt, ist nur ein physikalisches Prinzip, kein zwischenmenschliches. Denn am Anfang mag es noch interessant und aufregend sein, einen Partner mit unterschiedlichen Interessen zu haben. Man lernt viel und hat den Eindruck, man würde sich ergänzen. Doch auf lange Sicht bemerkt man, dass dies ein Trugschluss ist. Schon bald erkennt man, dass man kein gutes Team bildet, wenn die Interessen auseinandergehen. Vor allem in grundlegenden Fragen, die nur in einem gewissen Rahmen diskutabel sind, wie etwa die Kindererziehung. Es ist also ratsam, dass sich die Interessen der Partner weitgehend decken, wenn eine längerfristige Bindung eingegangen werden soll.

Auch mal fünfe gerade sein lassen und Streits produktiv nutzen

In einer Beziehung ist es auch ratsam, einmal fünfe gerade sein zu lassen, wie der Volksmund so schön sagt. Es bringt nichts, immer aufs Neue wegen Kleinigkeiten auszurasten und einen Streit zu beginnen, wenn etwa wieder einmal aus Versehen die Zahnpastatube offen gelassen wurde. Macht sie einfach wieder zu und weist ruhig daraufhin mit der Bitte, es nicht wieder zu versäumen. Dies verbraucht deutlich weniger Energie als ein Streit und schont das Porzellan. Sollte es doch einmal zum Streit kommen, dann greift nicht gleich zum Steingut, sondern versucht, aus der Situation herauszutreten und sie objektiv zu bewerten. Klar, dies ist nicht immer einfach, da die Emotionen schnell hochkochen, vor allem bei impulsiven Partnern. Bittet euch auch eine kurze Zeit aus, um allein zu sein und die Emotionen in den Griff zu bekommen. Dann kann auch in Ruhe das Problem auf den Tisch gebracht werden. Und danach schnell ins Bett, denn was ist schöner als Geschlechtsverkehr nach einem Streit? Aber provoziert bitte keinen Streit, um danach Geschlechtsverkehr zu haben.

Und das Bett nicht vergessen

Die perfekte Überleitung. Das Thema Geschlechtsverkehr kam zwar in der Studie nicht zur Sprache, sollte aber nicht vergessen werden, denn die schönste Nebensache der Welt ist ein wichtiger Kitt für die Beziehung. Auch in dieser Beziehung ändern sich die Wünsche und Bedürfnisse der Partner, so dass im Bett immer mal variiert und etwas neues ausprobiert werden sollte. Neue Wünsche und Bedürfnisse sollten auch klar formuliert werden, damit der Partner darauf eingehen kann. Und ja, Geschlechtsverkehr ist auch im Alter wichtig, auch wenn es manche Jungspunde nicht hören oder glauben wollen. Und dank des Potenzmittel Viagra ist es heutzutage auch problemlos möglich, bis ins hohe Alter Verkehr zu haben. Männer, scheut euch nicht, es vor eurer Frau anzusprechen, wenn ihr Viagra benötigt, um euren Mannstehen zu können. Die wird euch sicher nicht als halben Mann wahrnehmen, sondern vielmehr geehrt sein, dass ihr sie einweiht. Damit beweist ihr eure Liebe und euer Vertrauen in eure Partnerinnen. Und ja, die weiß, dass es euch schwer fällt, einzugestehen, dass ihr Viagra braucht. Umso geehrter wird sie sich fühlen. Und umso lustvoller wird der Verkehr auch im Alter. Wie der Volksmund schon sagt: „Je oller, je doller“.